[Articles] Zur Reproduktion von Differenz im Kontext von Internationalisierungsprozessen an Fachhochschulen

Der Beitrag beleuchtet institutionelle Bestrebungen zur Internationalisierung an Fachhochschulen und setzt diese in Bezug zu Erfahrungen migrantischer Studierender. Die Studie zu den Fachbereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Technik und IT sowie Wirtschaft zeigt, dass im Rahmen aktueller Programmatiken der Internationalisierung binäre Zuordnungen von «Eigen- und Fremdkultur» wirksam werden. Ähnliche Ein- und Ausgrenzungen manifestieren sich auch in Zuschreibungsprozessen, mit denen sich migrantische Studierende an den Hochschulen konfrontiert sehen. Unter dem Leitkonzept von Internationalisierung würden sich Möglichkeiten bieten, kulturalistische und andere essentialisierende Reproduktionsmuster von Differenz kritisch zu beleuchten. Jedoch lassen sich im Rahmen der Studie wenig Ansätze in diese Richtung erkennen.

Schlüsselwörter: Internationalisierung, Migrantische Studierende, Ungleichheits- und Differenzverhältnisse, Fachhochschulforschung

About the reproduction of difference in the context of current implementations of internationalisation at universities of applied sciences

The article examines institutional internationalisation efforts at universities of applied sciences and relates them to the experiences of migrant students. The study in the educational fields of social work, pedagogy, technology and IT as well as economics shows that binary classifications of “own” and “foreign” culture become effective in the context of current implementations of internationalisation. Similar processes of inclusion and exclusion manifest themselves in ascriptions with which migrant students are confronted at universities. The guiding concept of internationalisation would offer opportunities to critically examine culturalist and other essentialising patterns of reproducing difference. However, only a few approaches in this direction can be identified in the study.

Keywords: Internationalisation, Migrant students, Relations of inequality and difference, Research at universities of applied sciences

Author(s): Susanne Burren, Maritza Le Breton, Celestina Porta, Martin Böhnel

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[Articles] Les disparités institutionnelles dans la prise en charge de personnes surendettées

Notre article vise à montrer la manière dont les cultures institutionnelles marquées par les valeurs judéo-chrétiennes influencent la prise en charge de personnes surendettées. Notre propos s’appuie sur une recherche qualitative sur le rapport à l’argent des assistants sociaux et des assistantes sociales accompagnant ces publics. En ren- dant visibles ces rapports, et la manière dont ils opèrent et soutiennent des disparités, notre contribution rend le lectorat attentif à leurs possibles effets indésirables dans l’accompagnement en gestion de dettes.

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Our article aims to show how institutional cultures marked by Judeo-Christian values influence the care of over-indebted people. It is based on qualitative research on the relationship to money of social workers and social assistants who work with these people. By making these relationships visible, and the way they operate and support disparities, our contribution makes the readership attentive to their possible undesirable effects in the accompaniment of debt management.

Author(s): Sophie Rodari, Laurence Bachmann

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[Articles] Geschlechtergerechtigkeit in der Familie im aktivierenden Sozialstaat.

Die seit Ende der 1980er Jahre in den meisten OECD-Ländern eingeführte Aktivierungspolitik hat zum deklarierten Ziel, von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall, Invalidität und, ganz allgemein, von Armut betroffene Menschen schnellstmöglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Solche Massnahmen werden auch als Investitionspolitik bezeichnet (z.B. Bonvin/Moachon 2008; Esping-Andersen/Bonke 2009).

Aktivierungspolitik scheint die Gleichstellung zu ignorieren (Jenson 2011, S. 31, 36): Frauen werden nicht als eigenständige Individuen, sondern in ihrer zentralen Rolle als Mütter und Erbringerinnen von sozialem Wohlergehen betrachtet. Ein «neuer Mütterlichkeitskult» (Giraud/ Lucas 2009) lässt sich beobachten, und dieser läuft der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen zuwider.

Author(s): Véréna Keller, Marianne Modak, Françoise Messant-Laurent

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[Articles] Irritationen der Vielfalt. Fachliche Implikationen einer transkulturellen Öffnung der Verwaltung.

Innerhalb von Europa weist die Schweiz einen der höchsten Ausländeranteile an der Gesamtbevölkerung auf. Migrantinnen und Migranten haben sich in der Schweiz nicht nur niedergelassen, sondern in der zweiten und dritten Generation Wurzeln geschlagen.1 Die Einwanderungsrealität ist in dieser Hinsicht mit jener klassischer Einwanderungsländer wie Australien, Kanada oder den USA vergleichbar (Piguet 2006, S. 122). Nebst der demografischen Relevanz dürfte auch die sukzessiv verbesserte Rechtsstellung der längerfristig anwesenden Ausländerinnen und Ausländer dazu geführt haben (Schweizerischer Bundesrat 2010), dass die offizielle Schweiz sich heute als «ein Land der Vielfalt» präsentiert (EKA 2005a, S. 3). Mittlerweile werden Ausländerinnen und Ausländer als «wertvolle[r] Bestandteil der Gesellschaft» (TAK 2009, S. 10) wahrgenommen, als «selbstverständliche Teilhabende», gar «Mitbürgerinnen und Mitbürger» einer «vielfältigen Bevölkerung in Städten und Gemeinden» (EKA 2005a, S. 3). Sie bringen ihre persönliche Lebensauffassung mit, verfügen über unterschiedliche Erfahrungen und spezifische Kompetenzen. Der Staat anerkennt diese Vielfalt als wirtschaftliches, kulturelles und soziales Potenzial (Schweizerischer Bundesrat 2010, S. 13). Es erstaunt deshalb kaum, dass Vielfalt heute als ein wesentliches Element jeder freiheitlichen Ordnung hochgehalten wird, «welches zu schützen ist» (Schweizerischer Bundesrat 2002, S. 3797).

In diesem Sinne sind Bund, Kantone und Gemeinden gefordert, «günstige Rahmenbedingungen für die Chancengleichheit und die Teilhabe der ausländischen Bevölkerung am öffentlichen Leben» zu schaffen (Art. 53 Abs. 2 AuG).

Author(s): Esteban Piñeiro

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