Im Sozial- und Gesundheitswesen werden «Fälle» kategorisiert, sei es bewusst und reflektiert oder implizit. Diese Praktik der Herstellung und Einordnung von Fällen unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren wie professionellen, organisational-bürokratischen, rechtlichpolitischen, situationsspezifischen und weiteren Rahmenbedingungen. Während diese Aspekte teilweise bereits erforscht sind, ist unterbelichtet, inwiefern der (sozial-)politische Kontext die jeweilige Problemdeutung und Falleinschätzung prägen kann. Anhand ethnografischen Datenmaterials aus dem Setting der Interinstitutionellen Zusammenarbeit (HZ) gehen wir der Fragen nach, ob und wie sozialpolitische Kategorien und Diskurse Eingang in die Aushandlung des jeweiligen Falls finden und was dies für Diagnostik und Fallverstehen in der Sozialen Arbeit bedeuten könnte.
Author(s): Martina Koch, Matthias Hüttemann
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