[Articles] Nachhaltigkeit von Erziehungs- und Bildungsmassnahmen sicherstellen. Das Projekt Nachbetreuung.

Junge Menschen, die aufgrund von Entwicklungsbeeinträchtigungen, schwierigen familiären Situationen oder schwerwiegenden Delikten in einer sozialpädagogischen Institution leben, verlassen diese am Ende der Schulpflicht, nach Abschluss einer Lehre oder bei Volljährigkeit. In der Fachsprache und so auch im vorliegenden Artikel werden diese jungen Menschen “Care Leavers” genannt. Zu diesem Zeitpunkt endet meist der staatliche Bildungs- und Unterstützungsauftrag. Dieser Übergang von einer engmaschigen sozialen Betreuung in die Selbstständigkeit birgt viele Risiken. Spezifische Herausforderungen zeigen sich beispielsweise bei Problemen während der Berufsausbildung oder am Arbeitsplatz, bei der Wohnungs- oder Stellensuche, im Umgang mit Geld oder Suchtmitteln und bei der Pflege von Sozialkontakten. In dieser Zeit sollte den jungen Menschen idealerweise die Integration in die Gesellschaft gelingen, damit sie in Zukunft ein selbstbestimmtes und deliktfreies Leben führen können.

In der Praxis erfolgt die Beendigung der Erziehungs- und Bildungsmassnahmen oft abrupt. Die Finanzierung einer weiterführenden Begleitung wird, wie die Erfahrung zeigt, selten bewilligt und die jungen Menschen werden vorschnell in die Selbstständigkeit entlassen.

Auf diesen Missstand reagiert die Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime (nachfolgend Stiftung genannt) mit dem Projekt «Nachbetreuung – Nachhaltigkeit von Erziehungs- und Bildungsmassnahmen». Für Klientinnen und Klienten, welche nach Austritt auf keine professionelle oder staatlich finanzierte Unterstützung durch Fachleute der Sozialen Arbeit zurückgreifen können, wird ein freiwilliges und kostenloses Unterstützungsangebot bereitgestellt.

Author(s): Silvia Bellani, Beatrice Knecht Krüger

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[Articles] Wohnen und Selbständigkeit. Institutionelle Unterstützung prekärer Übergänge ins Erwachsenenalter.

Verschiedene Studien aus dem Ausland zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die aus Institutionen der Jugendhilfe oder Pflegefamilien in die Selbstständigkeit entlassen werden (Care Leavers), ein erhöhtes Risiko haben, mit Problemen wie bspw. Arbeitslosigkeit, sozialer Isolation oder Obdachlosigkeit konfrontiert zu werden (bspw. Stein 2012; Stein/Munro 2008). Dies kann u. a. darauf zurückgeführt werden, dass Care Leavers früher Verantwortung für sich selber übernehmen müssen als Jugendliche, die bei ihren Eltern aufwachsen, und der Übergang ins Erwachsenenalter somit rascher erfolgt (Stein 2012). In der Schweiz gibt es bislang kaum Studien zu den Lebensverläufen von ehemaligen Klientinnen und Klienten der stationären Jugendhilfe (Gabriel/Stohler 2008,2012). Die Befunde der wenigen vorliegenden Untersuchungen (Böhlen 1983; Tanner 1992; Stohler 2005; Crain 2012, Schaffner/Rein 2013) ergeben in Bezug auf die gesellschaftliche Integration der Care Leavers kein einheitliches Bild: Es gibt sowohl gut integrierte als auch von Armut und sozialer Isolation betroffene ehemalige Klientinnen und Klienten der Jugendhilfe.

Basierend auf einer Befragung von ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern einer betreuten Wohngruppe (Stohler et al. 2012) wird im vorliegenden Artikel der Fokus auf das Thema Wohnen gerichtet.

Author(s): Renate Stohler, Milena Gehrig

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[Notes] Mit Case Management den Übergang in die Berufsbildung bewältigen.

Das CM Berufsbildung setzt am Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung bzw. die Arbeitswelt an. Diese Passagen – so zeigen die überdurchschnittlichen Arbeitslosen- und Sozialhilfequoten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – sind mit erhöhten Risiken der sozialen Desintegration verbunden (Krummenacher 2009, S. 10; BFS 2010, S. 10). Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene mit Mehrfachbelastungen in verschiedenen Lebensbereichen sind gefährdet, an diesen Übergängen zu scheitern.

Im vorliegenden Artikel wird anhand ausgewählter Evaluationsresultate auf die mehrfachproblematischen Situationen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, das Unterstützungsnetz der involvierten (institutionellen) Akteure und die Herausforderung des Erreichens der anvisierten Klientel eingegangen. Davon ausgehend werden die Bedeutung, geeignete Form und Wirkung der CM-Begleitung diskutiert.

Author(s): Barbara Erzinger, Dieter Haller, Oliver Hümbelin

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[Articles] Familien in Multiproblemlagen. Hintergründe, Merkmale und Hilfeleistungen.

Die geringe Rezeption des aus dem englischen Sprachraum stammenden Konzeptes der «Multiproblemfamilie» im deutschsprachigen Raum ist aus internationaler Perspektive auffallend. In dem anschließenden Beitrag werden vor dem Hintergrund der komplexen Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen und psychosozialen Problemlagen von Familien, sowie der spezifischen Schwierigkeiten, die diese Familien innerhalb des Kinder- und Jugendhilfesystems häufig aufweisen, internationaleForschungsergebnisse und praktische Erfahrungen der niederländischen Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt. Aus ihnen können durchaus interessante Erkenntnisse, Perspektiven und Inspirationen für die Kinder- und Jugendhilfe gewonnen werden. Ebenfalls wird der aktuelle Stand der fachlichen Methodendiskussion in den Niederlanden vorgestellt.

Author(s): Tim Tausenfreund, Jana Knot-Dicksheit, Erik J. Knorth

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