[Articles] Zur Reproduktion von Differenz im Kontext von Internationalisierungsprozessen an Fachhochschulen

Der Beitrag beleuchtet institutionelle Bestrebungen zur Internationalisierung an Fachhochschulen und setzt diese in Bezug zu Erfahrungen migrantischer Studierender. Die Studie zu den Fachbereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Technik und IT sowie Wirtschaft zeigt, dass im Rahmen aktueller Programmatiken der Internationalisierung binäre Zuordnungen von «Eigen- und Fremdkultur» wirksam werden. Ähnliche Ein- und Ausgrenzungen manifestieren sich auch in Zuschreibungsprozessen, mit denen sich migrantische Studierende an den Hochschulen konfrontiert sehen. Unter dem Leitkonzept von Internationalisierung würden sich Möglichkeiten bieten, kulturalistische und andere essentialisierende Reproduktionsmuster von Differenz kritisch zu beleuchten. Jedoch lassen sich im Rahmen der Studie wenig Ansätze in diese Richtung erkennen.

Schlüsselwörter: Internationalisierung, Migrantische Studierende, Ungleichheits- und Differenzverhältnisse, Fachhochschulforschung

About the reproduction of difference in the context of current implementations of internationalisation at universities of applied sciences

The article examines institutional internationalisation efforts at universities of applied sciences and relates them to the experiences of migrant students. The study in the educational fields of social work, pedagogy, technology and IT as well as economics shows that binary classifications of “own” and “foreign” culture become effective in the context of current implementations of internationalisation. Similar processes of inclusion and exclusion manifest themselves in ascriptions with which migrant students are confronted at universities. The guiding concept of internationalisation would offer opportunities to critically examine culturalist and other essentialising patterns of reproducing difference. However, only a few approaches in this direction can be identified in the study.

Keywords: Internationalisation, Migrant students, Relations of inequality and difference, Research at universities of applied sciences

Author(s): Susanne Burren, Maritza Le Breton, Celestina Porta, Martin Böhnel

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[Articles] Freiheitsbeschränkende Massnahmen im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen von Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Eine Befragung von 172 Leitenden von Institutionen für Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen der Schweiz ergab, dass im Umgang mit Menschen, die herausfordernde Verhaltensweisen (HEVE) zeigen, häufig freiheitsbeschränkende Massnahmen (FBM) eingesetzt werden. Rund 80 Prozent der Leitungspersonen gaben an, dass in ihren Einrichtungen in Eskalationssituationen FBM angewendet werden. Am häufigsten werden das Separieren im privaten Zimmer, die Abgabe sedierender Medikamente, das Festhalten oder andere körperliche Interventionen sowie das Separieren in einem anderen Raum praktiziert. Auch agogische Massnahmen wie Begleitung aus dem Raum, Wechsel der Begleitperson und das Anbieten von Rückzugs-, Bewegungs- oder Entspannungsmöglichkeiten nennen die Institutionsleitenden in Bezug auf den Umgang mit HEVE.

Schlüsselwörter: Kognitive Beeinträchtigung, FBM, Sachbeschädigung, Aggression, herausfordernde Verhaltensweise, Behinderung, Gewalt, Heim.

Restrictive measures in dealing with challenging behaviour of adults with cognitive disabilities

In a Swiss study, 172 directors of institutions supporting adults with intellectual disabilities (ID) provided information about interventions used when dealing with challenging behaviours of their residents. About 80 % of the directors mentioned the use of restrictive measures when supporting adults with ID during crisis intervention. Most often, they mentioned measures such as separation of clients into their private rooms, dispense of sedatives, use of fixations, physical interventions and separation into other rooms. As alternative measures, they emphasised agogic measures such as to accompany someone out of the room, to exchange the care-giver and to provide possibilities to relax, to do physical activities and/or to retreat.

Keywords: Intellectual disability, restraints, restrictive measures, aggression, challenging behaviour, property damage, violence, institution, residential care institution.

Author(s): Eva Büschi, Manuela Schicka, Stefania Calabrese, Benedikt Hassler, Natalie Zambrino

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[Articles] Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter in der Schweiz aus Sicht von Fachpersonen

Die Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter stellt die zuständigen Institutionen und Fachkräfte in der Schweiz vor grosse Herausforderungen, u. a. weil es an einer systematischen Sammlung und Auswertung von Erfahrungen und Wissen zur Arbeit mit dieser Zielgruppe fehlt. Im vorliegenden Beitrag werden auf der Grundlage einer Befragung von Expert*innen die Erfahrungen und Einschätzungen von Fachpersonen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten, vorgestellt. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit diese Fachpersonen sich auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien beziehen.

Schlüsselwörter: UMA (unbegleitete minderjährige Asylsuchende), Unterbringung, Be­treuung, Fachpersonen

Placement and Care of Unaccompanied Minor Refugees in Switzerland from a Professional Perspective

Lacement and care of unaccompanied minor refugees represent great challenges for the institutions and professionals in charge in Switzerland since a systematic collection and evaluation of experiences and knowledge regarding work with this target group, among other things, is missing. In the contribution at hand, the experiences and assessments of professionals that are working with this target group are presented on the basis of interviews with experts. In addition, it is examined to what extent these professionals refer to results of scientific studies.

Keywords: UMR (unaccompanied minor refugees), placement, care, professionals

Author(s): Peter Rieker, Ellen Höhne, Rebecca Mörgen

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[Covid-19] Entscheidungsfindung in der Krise – Eine Herausforderung für die Soziale Arbeit in der COVID-19-Pandemie

In Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sind Einrichtungen der Sozialen Arbeit vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Eine dieser Herausforderungen besteht in der Notwendigkeit, unter grossem Zeitdruck einschneidende Veränderungen der Praxis vorzunehmen. Befunde einer laufenden qualitativen Untersuchung weisen darauf hin, dass unterschiedliche Aspekte die Entscheidungsfindung in der Krise prägen.

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[Covid-19] Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Existenzsicherung der Flüchtlinge in Addis Abeba, Äthiopien. Einblick in ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Thema Migration und Innovation im urbanen Kontext.

Flüchtlinge sind besonders von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und können oft ihre sowieso schon prekäre Existenz nicht mehr sichern. Eine Untersuchung der Universität in Addis Abeba und der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit verdeutlicht, dass angemessene Dienstleistungen und Sozialschutzsysteme fehlen, um die Flüchtlinge in Addis Abeba gezielt zu unterstützen.

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[Covid-19] Das Alter im Schatten der Pandemie

Alt zu sein in Zeiten einer Pandemie kann bedeuteten, sich zu einer Gruppe besonders Gefährdeter zählen zu müssen, eine Zuschreibung, die einen verdeckten Ageism in sich trägt und das eigene Altersbild negativ beeinflussen kann. Der Beitrag verweist auf Deutungsangebote zur aktuellen Situation alter Menschen im ‚Schatten der Pandemie‘ aus Sicht der Sozialen Gerontologie.

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[Covid-19] Soziale Arbeit studieren unter Covid-19-Bedingungen. Motivation, Zuversicht und Herausforderungen von Studierenden an der Fachhochschule St.Gallen

Die Entwicklungen um Covid-19 führen seit Frühjahr 2020 zu erheblichen Einschnitten in das Leben vieler Menschen. Im Feld der Sozialen Arbeit stellt sich u.a. die Frage nach den diesbezüglichen Herausforderungen für Studierende. Eine Untersuchung an der FHS St.Gallen zeigt, dass das Studium für viele aufwändiger und herausfordernder geworden ist. Die Veränderungen betreffen vor allem die Studienmotivation und -zuversicht sowie die Work-Life-Balance der Befragten.

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[Articles] Interventions de travailleuses et travailleurs sociaux médiateurs dans le champ familial. Pour quelles tensions et opportunités ?

Appréhendée selon une approche métier, la médiation se distingue du travail social par son indépendance institutionnelle ; mais si elle est considérée comme une attitude de tout·e intervenant·e social·e, elle prend sens dans toute pratique des métiers du social. Dans notre étude, nous avons choisi d’interviewer des professionnel·le·s qui endossaient cette «double casquette» exerçant dans le champ particulier de la famille afin d’interroger les frontières professionnelles entre médiation et travail social. Nous avons mis en exergue comment les professionnel·le·s passent d’un cadre de référence à l’autre lors de situations en médiation perçues comme bloquées. Ce passage nous a permis de discuter de la pertinence de la distinction de ces deux professions dans le domaine familial.

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Apprehended according to a professional approach, mediation differs from social work in its institutional independence; but if it is considered as an attitude of any social worker, it makes sense in any practice of the social professions. In our study, we chose to interview professionals who wore this “double hat” in the particular field of the family in order to question professional boundaries between mediation and social work. We highlighted how professionals move from one frame of reference to the other when mediation situations are perceived as blocked. This passage allowed us to discuss the relevance of the distinction between these two professions in the family field.

Author(s): Karine Darbellay

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[Articles] Selbsthilfegruppen zu sozialen Themen und Angehörigenselbsthilfegruppen in der Schweiz – ungenutzte Potentiale für die Soziale Arbeit.

In der Schweiz existieren neben gesundheitlich orientierten Selbsthilfegruppen zahlreiche Selbsthilfegruppen zu sozialen Themen und für Angehörige. Letztere widmen sich der Bewältigung von psychosozialen Belastungen, die etwa durch die Erkrankung einer Person im näheren Umfeld entstehen. Soziale Selbsthilfegruppen befassen sich mit sozialen Themen wie etwa einer Lebenskrise. Der vorliegende Beitrag beleuchtet erstmals Selbsthilfegruppen ausserhalb des gesundheitlichen Kontextes, zeigt auf, welchen subjektiven Nutzen Selbsthilfeteilnehmende erleben und diskutiert deren Potential für die Soziale Arbeit.

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In Switzerland, there exist numerous self-help groups on social issues and caregivers in addition to health-oriented self-help groups. The latter are dedicated for coping with psychosocial stress, which may be caused by a person’s illness in their immediate environment. Social self-help groups deal with social topics such as a life crisis. For the first time, this article sheds light on the landscape of self-help groups outside the health context, shows the subjective benefits experienced by self-help participants and discusses the potential that self-help groups represent for social work.

Author(s): Fabian Berger, Lucia M. Lanfranconi

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