[Articles] Kinder als Angehörige inhaftierter Personen: Erfahrungen, Bedarfe und Empfehlungen

Patrik Manzoni, Samuel Keller, Dirk Baier, Maria Kamenowski, Julia Rohrbach und Nina Ruchti (2026)

Die Inhaftierung eines Elternteils kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Kinder und den zu Hause verbleibenden Elternteil haben. Dieser Beitrag untersucht die Sichtweisen von Kindern und nicht-inhaftierten Eltern auf die Möglichkeiten zur Kontaktpflege zu inhaftierten Eltern anhand von qualitativen Interviews mit Betroffenen und Fachpersonen inner- und ausserhalb des Justizvollzugs. Es zeigt sich, dass die Perspektive und Bedürfnisse der Kinder im gesamten Strafverfahren nur lückenhaft berücksichtigt und der Vollzug insgesamt nicht ausreichend familienfreundlich ausgerichtet ist. Es besteht deutlicher Entwicklungsbedarf für entsprechende Angebote. Entsprechende Empfehlungen für den Justizvollzug und Fachpersonen der Sozialen Arbeit werden abschliessend präsentiert.

Schlüsselwörter: Kinderperspektive, Angehörige, Eltern, Kontaktpflege, Justizvollzug

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[Articles] Sustaining Sociability and Keeping It Alive in Residential Long-Term Care for People With Dementia

Alexandre Lambelet, Fabienne Malbois and Benjamin Tremblay (2026)

Nursing homes, especially those caring for people with dementia, are often perceived as “cold” or “silent” places where conversation is rare and the main tasks of professionals are to help residents with their daily activities. This article presents an analysis of ethnographic data collected in a nursing home in French-speaking Switzerland and links it to Georg Simmel’s analyses of sociability. It focuses mainly – but not exclusively – on scenes involving members of the sociocultural team and demonstrates that the care provided by professionals to create and support exchanges between and with residents is a valuable resource for community building, benefiting both residents and professionals.

Keywords: sociability, nursing homes, dementia, chit-chat, care, social relationship, Simmel

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[Positions and debates] Eine kritische Einordnung des Sozialen in der Psychiatrie und ein Plädoyer für mehr Utopie

Andreas Wyss (2026)

Psychische Erkrankungen und soziale Ungleichheit sind eng miteinander verbunden. Angesichts gesellschaftlicher Krisen und einer zunehmenden sozialen Härte ist ein Anstieg von Exklusion und sozialstaatlichem Ausschluss für bestimmte Bevölkerungsgruppen absehbar. Dies erfordert eine stärkere sozialräumliche Ausrichtung der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie. Damit können vorhandene Ressourcen aktiviert und Exklusionsmechanismen geschwächt werden. Die Psychiatrie sollte ihre institutionellen Grenzen überwinden und soziale Dimensionen stärker in ihr Behandlungsverständnis integrieren. Zugleich braucht die Soziale Arbeit in der Psychiatrie den Mut, über bestehende institutionelle Grenzen hinauszudenken. Eine kritisch-utopische Perspektive eröffnet neue Handlungsräume und inspiriert dazu, gesellschaftliche Bedingungen psychischer Krankheit aktiv zu verändern.

Schlüsselwörter: Sozialpsychiatrie, Exklusion, Sozialraumorientierung, psychische Gesundheit, soziale Ungleichheit

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[Articles] Zugang zum Recht auf Sozialhilfe durch gute Informationen?

Gesine Fuchs und Sabine Witt (2025)

In der Schweiz erschwert eine heterogene und kleinräumige Organisation den Zugang zum Recht auf Sozialhilfe. Der Artikel geht der Frage nach, wie behördliche Informationen gestaltet sein müssen, um potenziellen Nutzer:innen den Zugang zu diesem Recht zu ermöglichen. Er analysiert mittels quantitativer Inhaltsanalyse die Zugänglichkeit, Verständlichkeit und den Informationsgehalt von 51 kommunalen Webseiten zur Sozialhilfe. Zusätzlich werden eine Gruppendiskussion und ein User Test durchgeführt. Während die allgemeine Benutzungsfreundlichkeit der Webseiten zufriedenstellend war, waren der Informationsgehalt, die Verständlichkeit und das Beziehungsmanagement unzureichend. Bessere Ergebnisse erzielten regionale Sozialdienste und solche mit einer politisch linken Exekutive. Autor:innen der Webseiten berücksichtigen die sprachlichen und digitalen Fähigkeiten sowie die soziodemografischen Merkmale der sehr heterogenen Zielgruppe nur unzureichend. Der Artikel erörtert Strategien und Instrumente für eine effektive und adressat:innengerechte Kommunikation.

Schlüsselwörter: Sozialhilfe, Schweiz, Behördenkommunikation, Zugang zum Recht

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[Articles] Accompagnement des personnes requérantes d’asile et réfugiées en Suisse: analyse d’un dispositif cantonal d’intégration

Alida Gulfi, Geneviève Piérart et Sandrine Papaux (2025)

Cet article étudie l’impact d’un dispositif cantonal suisse d’accompagnement des personnes requérantes d’asiles et réfugiées sur leur intégration. Il interroge le travail des professionnel·le·s de ces dispositifs et analyse les trajectoires d’intégration des personnes concernées. Les professionnel·le·s sont en tension entre une logique gestionnaire de l’asile et les besoins réels des personnes accompagnées. Celles-ci atteignent partiellement leurs objectifs d’intégration, notamment en mobilisant des ressources non gouvernementales. Plusieurs trajectoires-types d’intégration ont été dégagées.

Mots-clés: asile, intégration, politique, gestion publique, trajectoires

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[Articles] Entre reconnaissance et discrimination : Les parcours d’adoption intrafamiliale des couples lesbiens en Suisse

Marta Roca i Escoda (2025)

Cet article examine l’impact d’une réforme légale importante, celle qui donne le droit aux enfants, dès 2018, d’avoir légalement deux parents de même sexe grâce à la procédure d’adoption intrafamiliale. À partir d’entretiens menés auprès des couples lesbiens naviguant à travers les procédures d’adoption, il explore les défis auxquels ils font face, notamment en ce qui concerne les relations aux professionnel·les chargé·es de superviser leurs demandes au sein des services de l’État. Malgré le fait que l’adoption serve de moyen pour reconnaître la double filiation au sein des familles existantes, le parcours est ardu et jonché d’obstacles substantiels. L’analyse montre comment, sous couvert d’égalité juridique, les familles sont confrontées à des discriminations et micro-agressions renouvelées. L’article souligne l’urgence d’aménager ce dispositif pour éviter qu’il ne produise l’effet inverse de celui escompté.

Mots-clés: adoption, familles homoparentales, services sociaux, discriminations

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[Articles] [Dossier 2024] «Wofür steht das Kind?» Unterschiedliche Bedeutungsdimensionen und Zuschreibungen beteiligter Akteur:innen bei Inlandsadoptionen von 1922 bis 2017

Adrian Seitz, Lukas Fritz-Emmenegger, Susanne Businger, Samuel Keller und Thomas Gabriel (2024)

Die Geschichte der Fremdplatzierung von Kindern in der Schweiz zeigt, dass diese bis ins 20. Jahrhundert primär der Armutsbekämpfung diente. Das Kindeswohl wurde dabei oft vernachlässigt, was Folgen für die Betroffenen hatte. Da zur Inlandsadoption bisher wenig empirisches Wissen vorliegt, beleuchtet der Beitrag Perspektiven von Behörden, Vermittlungsstellen, Adoptierten und leiblichen Eltern. Mithilfe historischer und biografischer Zugänge sowie der Mehrebenenanalyse werden Wechselwirkungen und wirkmächtige Zuschreibungen am Kind sichtbar.

Schlüsselwörter: Inlandsadoptionen, Kindeswohl, Biografieforschung, Aktenanalyse, Mehr­ebenenanalyse

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[Articles] Lavoro sociale e giustizia climatica: verso nuovi paradigmi?

Marco Palma (2025)

La crisi climatica ha profonde implicazioni sociali, e il lavoro sociale si trova di fronte a nuove complessità. Nel dibattito istituzionale assistiamo all’uso di molti concetti che evocano scenari differenti e, in alcuni casi, conflittuali. D’altra parte, i processi di urbanizzazione planetaria pongono sfide su diverse scale spazio-temporali che rendono più complessa la definizione della giustizia. L’articolo propone una riflessione sulle prospettive del lavoro sociale, individuando nel concetto di giustizia climatica l’elemento intorno al quale (ri)definire le sue modalità d’intervento.

Parole chiave: sostenibilità, adattamento, giustizia climatica, lavoro sociale, urbanizzazione

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[Articles] Einflussnahme der Sozialdienste auf Rentenabklärungen der Invalidenversicherung

Benedikt Hassler und Christophe Roulin (2025)

Die vergangenen Reformen der Invalidenversicherung (IV) haben zu einer restriktiveren Praxis der Rentenvergabe geführt. Diesbezüglich stellt sich die Frage, wie Sozialdienste auf diese veränderte Praxis der IV reagieren. Dieser Frage wurde anhand einer konkreten Fallbeschreibung, die 31 Sozialdiensten im Rahmen qualitativer Interviews zur Bearbeitung vorgelegt wurde, nachgegangen. Die Resultate zeigen, dass die Sozialdienste versuchen, das Abklärungsverfahren zu beschleunigen, die Klient*innen in ihrer Mitwirkungspflicht zu unterstützen und gegen abschlägige Entscheide rechtlich vorzugehen.

Schlüsselwörter: Sozialhilfe, Armut, Invalidenversicherung, Schweiz, Vignettenstudie

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[Articles] [Dossier 2024] Der Diskurs über die stationäre Unterbringung von Säuglingen in der Schweiz

Maren Zeller, Kathrin Amann, Bettina Grubenmann und Giacomo Müller (2024)

Der fachliche Diskurs über die stationäre Unterbringung von Säuglingen erreichte in der Schweiz in den 1950/60er-Jahren einen Höhepunkt. Im Fokus standen sowohl die damaligen Bedingungen der Unterbringung und deren Folgen (vgl. Hospitalismus) als auch daran anknüpfende Reformideen und -bemühungen. Diesem Beitrag liegt eine Studie zugrunde, deren methodischer Ausgangspunkt eine Diskursanalyse anhand historischer Quellen ist, welche dem damaligen professionellen wie fachpolitischen Diskurs zugeordnet werden können. Zentrales Ziel ist es, einerseits nationale wie regionale Spuren der Problematisierung im Diskurs über die stationäre Unterbringung von Säuglingen zu präsentieren und andererseits die Diskursivierung von Reformen herauszuarbeiten. Die Ergebnisse werden mit Blick auf die Frage nach diskursiven Wissensverschiebungen und dominanten Dispositiven erörtert.

Schlüsselwörter: Hospitalismus, Diskursanalyse, stationäre Unterbringung, Säuglinge, Heimreform

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