[Articles] Sozialpädagogische Historiographie. Zwischen Identitätskrise und Legitimationsweg? Ein geschichtswissenschatliches Reflexionsangebot.

Von der Krise der Sozialpädagogik, und zwar bezüglich Theorie, Begriff sowie Identität (Grubenmann 2007), von kollektiver sozialpädagogischer Depression (Niemeyer 1999) und dem Leiden des unverstandenen deutschen Sozialpädagogen (Andresen 2001) war vor ein paar Jahren allenthalben die Rede. Im Zuge dieses Lamentos hat die Sozialpädagogik ihre Geschichte neu entdeckt und haben historische Fragestellungen vor dem Hintergrund disziplintheoretischer und -politischer Diskussionen einen neuen Stellenwert erhalten.

Author(s): Esther Berner

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[Articles] Von der Notwendigkeit der Utopie. Ideengeschichtliche Skizze zum Einfluss von Sozialutopien auf die Entwicklung der Sozialen Arbeit am Beispiel von Helene Simon.

Nach Grubenmann (2007, S. 203) steckt die historische Forschung der Sozialen Arbeit in der Schweiz noch in den Kinderschuhen und ist nach wie vor auf interdisziplinäre und international vergleichende Forschungsergebnisse angewiesen. Fehlt zudem bisher für die (deutschsprachige) Schweiz eine Gesamtdarstellung der Geschichte der Sozialen Arbeit auf ihrem Weg zu einer Profession, so wurde dennoch diehistorische Entwicklung der Sozialen Arbeit in vielen Detailstudien abgehandelt (u. a. Hauss 1995, Ramsauer 2000, Crespo 2001, Grubenmann 2007). Dabei wurden in unterschiedlicher Intensität ideengeschichtliche Bezüge zum realgeschichtlichen Verlauf in Beziehung gesetzt. Gleichwohl sind explizit ideengeschichtliche Veror- tungen zur Entwicklung der Sozialen Arbeit wenig präsent. Hier bleiben aus dem deutschen Sprachraum die Arbeiten von Scherpner (1962), Wendt (1995), Thole/Galukse/Gängler (1998) und Engelke/Borrmann/Spatscheck (2008) Ausnahmen.

Author(s): Mathias Lindenau

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[Articles] Alice Salomons Schriften. Eine literarische und wissenschaftliche Lektüre. Methodische Gesichtspunkte der Edition Alice Salomon. Frauenemanzipation und soziale Verantwortung.

Alice Salomon gilt als eine der Begründerinnen der beruflichen Sozialen Arbeit. Sie hat Grundlagen für die Soziale Arbeit in Theorie und Praxis wie für die Ausbildung gelegt und war eine einflussreiche Sozialreformerin und Feministin. Ihre historische Bedeutung wurde infolge der Verdrängung der NS-Geschichte lange Jahre verkannt und die anhaltende Relevanz ihres Werkes für Ausbildung und Konzepte der Sozialen Arbeit blieben unent- deckt. Vor dem Hintergrund ihrer Wieder- bzw. Neuentdeckung in den 1980er Jahren schien es sinnvoll und notwendig, ihr weit verstreutes Werk der wissenschaftlichen Diskussion zugängig und verfügbar zu machen und der Rezeption eine breitere und verbesserte Grundlage zu geben. Diesem Ziel dient die dreibändige annotierte Neuherausgabe einer repräsentativen Auswahl aus ihren Schriften. Darüber hinaus leistet sie einen Beitrag zur Erschliessung der Schriften, deren spezifische Bedeutung gerade auch für gegenwärtige wissenschaftliche wie politische Auseinandersetzungen über soziale Entwicklungen und Soziale Arbeit nicht so sehr in der Vielfalt der von ihr bearbeiteten Themen liegt, sondern im Besonderen in der Weise, wie Alice Salomon Themen und Konflikte aufgreift, darstellt, analysiert und vermittelt.

Author(s): Adriane Feustel

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[Articles] Sozialwissenschaftliche Hermeneutik in der Geschichtsschreibung der Sozialen Arbeit. Alice Salomon und die Begründung der Sozialen Frauenschule als säkulare Lebensgemeinschaft.

In ihren programmatischen Ausführungen über «die Ausbildung zur sozialen Berufsarbeit» (Salomon 2000, S. 461 ff.), die Alice Salomon neun Jahre nach der Gründung der ersten Ausbildungsstätte in Berlin veröffentlicht, stellt sie eines klar: Das entscheidende Fundament, auf dem sich Soziale Arbeit als Beruf überhaupt hat entwickeln können, wurde von den Sozialen Frauenschulen gelegt, die – so die Pionierin der deutschen Sozialarbeit – erst entsprechende Maßstäbe für berufliches Können gesetzt haben. Damit hebt sie den außerordentlichen Stellenwert einer vom gemäßigten Teil der bürgerlichen Frauenbewegung entworfenen Bildungskonzeption hervor, die den Entwurf der Sozialen Arbeit als auch die Architektur der Ausbildung bis in die Gegenwart geprägt hat. Diese war vor allem darauf ausgerichtet, Frauen einen Zugang zur ehrenamtlichen und beruflichen Fürsorge zu eröffnen.

Author(s): Walburga Hoff

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[Articles] Visual Case Study in the History of Russian Child Welfare

Visual research as an attempt to represent physical environment, events or ideas is a rather new approach to the history of social problems in Russia. In this research, we aimed to study the historical, cultural, ideological context of public policy in the sphere of social aid for children deprived of parental care, by employing the analysis of visual representations which have been preserved in the archives of children’s homes, in private collections, in state archives and libraries. In our project, the images of children, orphanages and carers are to be seen not just as illustrations or representations but also as important elements of a studied context – no less important than official documents or personal narratives. This is micro-level analysis, which makes it possible to understand how the representations reflect and construct specific forms of arrangement of space in orphanages, disciplinary practices, ideological intentions of the photographers and organizers of such imaginative work. The photos, which represent various activities of the orphans in the institutions, are intended to be read in our study as messages based on the principles and values of Soviet upbringing and presented in chronicles and children’s cinematography.

Author(s): Elena larskaia-Smirnova, Pavel Romanov

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[Articles] Die Bilder hinter den Bildern – zur Verwendung von Bildern in der (Historiografie der) Sozialen Arbeit.

In der Historiografie der Sozialen Arbeit gibt es – soweit die Autorin und der Autor sehen – nur wenig Werke, in denen Bildmaterial umfassend zusammengetragen, systematisiert und auswertet wird. Hervorzuheben ist etwa das Bild-Lesebuch «Bettler, Gauner und Proleten», 1983 herausgegeben von Christoph Sachße und Florian Tennstedt (Sachße/Tennstedt 1998). Darin wenden sich die Herausgeber Darstellungen der Armut und Armenfürsorgezu, wobei sie die schriftlichen Quellen des ersten Bandes ihres Grundlagenwerkes «Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland» (Sachße/Tennstedt 1980) um Bildmaterial erweitern. Das Ziel von Sachße und Tennstedt ist es, mittels Bildern als «Informationsträger» einen «Zugang zur Geschichte […] im Wege des Anschauens und Betrachtens zu eröffnen» (Sachße/Tennstedt 1998, S. 7). Dabei wissen die Herausgeber, dass ein solcher Versuch «freilich in mehrfacher Hinsicht problematisch» ist (ebd.), etwa weil Bilder keine «unmittelbare Anschauung historischer Realität» gewähren (ebd., S. 8).

Author(s): Bettina Uhlig, Carsten Müller

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[Articles] Zur Transformation des Sozialen.

«Zur Transformation des Sozialen», so war die Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA) überschrieben, die am 8. März 2008 als «Luzerner Erklärung» an die Öffentlichkeit gegangen ist. Geschrieben wurde sie angesichts einer politisch-sozialen Situation, in der zunehmend die Bedingungen untergraben zu werden drohen für eine noch verantwortbare, an professionellen, berufsethischen Orientierungen ausgerichtete Soziale Arbeit. Die in der Erklärung behandelten Fragen haben durch die internationale Finanzmarktkrise eine unvorhergesehene Aktualität gewonnen.

Author(s): Richard Sorg

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[Articles] Interesse von Jugendlichen an Freizeitaktivitäten mit älteren Menschen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes ist der Frage nachgegangen worden, inwiefern Jugendliche an Freizeitaktivitäten mit älteren Menschen interessiert sind. Die Beantwortung dieser Frage ist insofern von Wichtigkeit, da das Interesse die Grundlage für eine erfolgsversprechende Förderung von Generationenbeziehung darstellt. Im Gegensatz zu primär familiär geprägten Beziehungen, wie jenen zu den Grosseltern, sind Beziehungen im Freizeitbereich nicht vorgeben und unkündbar, sondern aktiv gestaltbar. Gerade Jugendliche erfahren diese Gestaltbarkeit positiv, da solche Beziehungen in der Regel selbst initiiert und auch wieder auflösbar sind. Aufgrund der höheren Freiheitsgrade in der Beziehungsgestaltung stellt sich allerdings die Frage, unter welchen Bedingungen Jugendliche an Kontakten mit älteren Menschen ausserhalb der klassischen Grosseltern-Enkelkind-Interaktionen interessiert sind.

Author(s): Marius Metzger

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[Articles] “Man macht immer Ghetto, irgendwie…”. Jugendprotest, Politik und Gewalt am 1. Mai in der Stadt Zürich. Wer sind die Akteure, und was wollen sie?

Demokratisch-politische Systeme zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie ein gewisses Mass an Protest und Dissens zulassen können. Protest bildet dabei einen wichtigen Bestandteil gesellschaftlicher Dynamik, denn in Abweichungs- und Protestpotentialen werden Anpassungsprobleme sichtbar, die Problemlagen markieren und dazu beitragen, ungeplante Nebenfolgen gesellschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu entdecken und gegebenenfalls korrigierend einzugreifen. Abweichung und Protest fungieren insofern als «Signalgeber» bzw. «Frühwarnsysteme» für krisenhafte gesellschaftliche Entwicklungen. Das Auftreten von Protestaktionen, Krawallen und sozialen Bewegungen bedeutet für Politik und Wissenschaft in dieser Hinsicht eine Herausforderung.

Author(s): Barbara Fontanellaz, Thomas Gabriel, Bettina Grubenmann, Myriam Rutschmann

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[Articles] Verheissungen von Assistenzmodellen für Menschen mit Behinderung. Eine Diskussion von Beispielen und Erkenntnissen aus Europa.

Anfang September 2008 kündigte der Bundesrat an, dass er die definitive Einführung eines Assistenzbetrags im Rahmen der Eidgenössischen Invalidenversicherung plant. Die Entscheidung basiert auf Erfahrungen aus einem Pilotversuch, mit dem seit 2006 die Umsetzung eines Assistenzmodells in der Schweiz erprobt wird. Mit dieser richtungweisenden Entscheidung eröffnet sich für Menschen mit einer Behinderung schon bald eine Alternative zur herkömmlichen Betreuung in Institutionen oder mit spitalexterner Pflege (Spitex). Denn Assistenzmodelle sehen vor, dass Menschen mit einer Behinderung gemäss ihrem Bedarf individuell einen Geldbetrag in Form eines Assistenzbudgets erhalten, um ihre behinderungsbedingt notwendigen Unterstützungsleistungen selbständig und eigenverantwortlich organisieren und finanzieren zu können.
Mit einem solchen Modell sind die strukturellen Voraussetzungen in der Behindertenhilfe grundsätzlich in Frage gestellt, da die Finanzierungsströme in der Behindertenhilfe von Dienstleistungsorganisationen direkt an Personen mit einer Behinderung umgeleitet werden.

Author(s): Edgar Baumgartner

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