Call: Im föderalen Welfare Mix. Soziale Arbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft. / Appel à articles : Le Welfare mix fédéral. Le travail social entre État et société civile.
Martin Böhnel, Julia Emprechtinger and Marina Richter (2025)Prisons are usually described as spaces of institutional mistrust. In an ethnographic study on social work in Swiss prisons, we experienced several moments when we felt that there was “trust in the air”. Inspired by phenomenological and post- humanist thinking, we take these moments as entry points to explore trust in prison. We aim to understand how atmospheres of trust emerge and how they affect the relational work between social workers and incarcerated people. For social work, it seems pivotal to acknowledge the affective power of material and immaterial elements to co-create together with (non-)human elements atmospheres of trust as a basis for relational work.
Keywords: social work, post-humanism, prison, atmospheres of trust
Véréna Keller (2025)À propos de l'ouvrage de Marcel Krebs und Irene Abderhalden (Hrsg.) (2024). Soziale Arbeit weiterdenken. Festschrift für Peter Sommerfeld (Repenser le travail social. Ouvrage en l’honneur de Peter Sommerfeld). Springer.
Véréna Keller (2025)Zum Buch von Marcel Krebs und Irene Abderhalden (Hrsg.) (2024). Soziale Arbeit weiterdenken. Festschrift für Peter Sommerfeld. Springer.
Anne Uphoff (2025)Human Enhancement beschreibt technologische oder biomedizinische Entwicklungen, die vermehrt eingesetzt werden, um die physischen und psychischen Potenziale von Menschen zu optimieren. In diesem Beitrag wird die Verantwortung der Sozialen Arbeit für eine aktive Beteiligung am ethisch-moralischen Diskurs um das Phänomen Human Enhancement aus der Perspektive des systemischen Paradigmas nach Staub-Bernasconi herausgearbeitet und diskutiert, wie eine menschenrechtsorientierte Positionierung der Profession aussehen könnte.
Schlüsselwörter: Human Enhancement, ethisch-moralische Argumentationskompetenz, Verantwortung der Sozialen Arbeit, Menschenrechte
Gesine Fuchs und Sabine Witt (2025)In der Schweiz erschwert eine heterogene und kleinräumige Organisation den Zugang zum Recht auf Sozialhilfe. Der Artikel geht der Frage nach, wie behördliche Informationen gestaltet sein müssen, um potenziellen Nutzer:innen den Zugang zu diesem Recht zu ermöglichen. Er analysiert mittels quantitativer Inhaltsanalyse die Zugänglichkeit, Verständlichkeit und den Informationsgehalt von 51 kommunalen Webseiten zur Sozialhilfe. Zusätzlich werden eine Gruppendiskussion und ein User Test durchgeführt. Während die allgemeine Benutzungsfreundlichkeit der Webseiten zufriedenstellend war, waren der Informationsgehalt, die Verständlichkeit und das Beziehungsmanagement unzureichend. Bessere Ergebnisse erzielten regionale Sozialdienste und solche mit einer politisch linken Exekutive. Autor:innen der Webseiten berücksichtigen die sprachlichen und digitalen Fähigkeiten sowie die soziodemografischen Merkmale der sehr heterogenen Zielgruppe nur unzureichend. Der Artikel erörtert Strategien und Instrumente für eine effektive und adressat:innengerechte Kommunikation.
Schlüsselwörter: Sozialhilfe, Schweiz, Behördenkommunikation, Zugang zum Recht
Jasmin Näpfli, Michelle Jutzi und Noémie Gfeller (2025)Diese Studie untersucht, wie das Mittagessen in der Mittagsbetreuung von Tagesstrukturen organisiert ist und welche Partizipationsmöglichkeiten Kinder in diesem Rahmen haben. Anhand von Gruppeninterviews in neun schulergänzenden Tagesstrukturstandorten eines Schweizer Kantons wird untersucht, welche Vor- und Nachteile die Kinder in den verschiedenen Organisationsformen des Mittagessens sehen. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder unterschiedliche Grade der Partizipation beim Mittagessen im Rahmen der Mittagsbetreuung erleben. Zur Betrachtung dieser Ausprägung wurde der Partizipationswürfel als dreidimensionales als Analysemodell entwickelt.
Schlüsselwörter: Tagesstrukturen, Partizipation, institutionelle Organisation des Mittagessens, Kinderperspektive, qualitative Inhaltsanalyse
Alida Gulfi, Geneviève Piérart et Sandrine Papaux (2025)Cet article étudie l’impact d’un dispositif cantonal suisse d’accompagnement des personnes requérantes d’asiles et réfugiées sur leur intégration. Il interroge le travail des professionnel·le·s de ces dispositifs et analyse les trajectoires d’intégration des personnes concernées. Les professionnel·le·s sont en tension entre une logique gestionnaire de l’asile et les besoins réels des personnes accompagnées. Celles-ci atteignent partiellement leurs objectifs d’intégration, notamment en mobilisant des ressources non gouvernementales. Plusieurs trajectoires-types d’intégration ont été dégagées.
Mots-clés: asile, intégration, politique, gestion publique, trajectoires
Marta Roca i Escoda (2025)Cet article examine l’impact d’une réforme légale importante, celle qui donne le droit aux enfants, dès 2018, d’avoir légalement deux parents de même sexe grâce à la procédure d’adoption intrafamiliale. À partir d’entretiens menés auprès des couples lesbiens naviguant à travers les procédures d’adoption, il explore les défis auxquels ils font face, notamment en ce qui concerne les relations aux professionnel·les chargé·es de superviser leurs demandes au sein des services de l’État. Malgré le fait que l’adoption serve de moyen pour reconnaître la double filiation au sein des familles existantes, le parcours est ardu et jonché d’obstacles substantiels. L’analyse montre comment, sous couvert d’égalité juridique, les familles sont confrontées à des discriminations et micro-agressions renouvelées. L’article souligne l’urgence d’aménager ce dispositif pour éviter qu’il ne produise l’effet inverse de celui escompté.
Mots-clés: adoption, familles homoparentales, services sociaux, discriminations
Daniela Reimer, Noëmi van Oordt und Alex Knoll (2025)Der Beitrag analysiert und diskutiert, wie verschiedene Akteur:innen der Schweizer Pflegekinderhilfe auf «Familie» Bezug nehmen. Er stützt sich dabei auf Befunde aus Gruppendiskussionen mit Fachpersonen der Pflegekinderhilfe, Interviews mit Pflegeeltern, Pflegekindern und leiblichen Kindern sowie einer Diskursanalyse von Mediendokumenten. Drei Dimensionen der Bezugnahme auf Familie sind zentral: Familie als normativer Rahmen, als Ort von Erziehung und Sozialisation und als Raum für positive emotionale Beziehungen. In allen Dimensionen zeigen sich Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Perspektiven, welche auf Spannungsfelder verweisen: während Medien und Fachpersonen normative Vorstellungen von Pflegefamilien betonen, zeigen sich Pflegefamilien selbst diverser; die explizite Pädagogisierung in Pflegefamilien kontrastiert mit der Vorstellung impliziter Familiensozialisation; emotionale Nähe ist eine umstrittene Norm. Insgesamt balancieren Pflegefamilien zwischen der Erwartung, «einfach Familie» zu sein und professionellen Anforderungen.
Schlüsselwörter: Pflegefamilie, Erziehung, Beziehung, Familienforschung, Diskursanalyse